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In 82256 Fürstenfeldbruck haben wir eine Kesselanlage mit rund 10 Tonnen Gewicht aus einem Technikraum geholt. Der Weg nach draußen führte durch eine Toröffnung in der Glasfassade, direkt unter einer Stahlkonstruktion. Viel Luft blieb da nicht, deshalb musste der Kran für diese Industriedemontage erhöht werden. Hier zeigen wir, wie die Anlage angeschlagen, angehoben und ausgebracht wurde und was man vor so einem Kraneinsatz klären sollte.

Projektdaten

Einsatzort82256 Fürstenfeldbruck
LeistungSpezialdemontage mit Kraneinsatz
AnlageGroßwasserraumkessel auf Stahlgrundrahmen
Gewichtca. 10 t
HebetechnikVollelektrischer Pick-&-Carry-Kran, erhöht aufgestellt
AnschlagmittelKettengehänge, Rundschlinge, Schäkel
BesonderheitSehr enge Platzverhältnisse an der Toröffnung

Bei Ihnen steht eine ähnlich schwere Anlage?

Rufen Sie uns an oder schicken Sie Fotos der Anlage und des Weges nach draußen.

Die Ausgangslage: schwere Anlage, wenig Platz

Die Anlage: Großwasserraumkessel auf Stahlrahmen

Ausgebaut wurde ein Großwasserraumkessel in Flammrohr-Rauchrohr-Bauart. Von vorn erkennt man die Konstruktion sofort: In der Mitte liegt das große Flammrohr, ringsum sitzen mehrere Reihen Rauchrohre, durch die das Rauchgas geführt wurde. Der Kesselkörper steht auf einem Grundrahmen aus Stahlprofilen. Oben sind Anschlussstutzen und Anschlagösen aufgeschweißt.

Verkleidung und Wärmedämmung waren vor dem Hub bereits entfernt. Übrig sind die Spannbänder und die kleinen Stifte, auf denen die Dämmung saß. Zusammen mit dem Rahmen brachte die Anlage rund 10 Tonnen auf die Waage.

Beim Gewicht von Altkesseln lohnt sich ein zweiter Blick. Das Typenschild nennt das Leergewicht aus dem Werk. Kesselstein, Schlamm oder Restwasser in den Rohren stehen dort nicht drin. Für die Kranplanung rechnet man deshalb mit Reserve. Mehr zum Thema finden Sie auf unserer Seite zum Rückbau von Heizungsanlagen.

Die Engstelle am Gebäude

Der Weg nach draußen führte durch eine Toröffnung in der Glasfassade. Direkt darüber verläuft eine Stahlkonstruktion, seitlich schließen Glaselemente und ein Geländer an. Die Fläche vor dem Gebäude ist als Feuerwehrzufahrt ausgeschildert, im Hof standen außerdem ein Container und Fahrzeuge.

Für den Kessel hieß das: fast waagerecht durch die Öffnung, ohne Torrahmen, Träger oder Glas zu berühren. Gleichzeitig brauchte der Kran einen sicheren Stand unmittelbar davor.

Stirnseite des Großwasserraumkessels am Kranhaken mit großem Flammrohr in der Mitte und mehreren Reihen Rauchrohre
Stirnseite am Haken: Flammrohr in der Mitte, ringsum die Rauchrohre. Links das Schild der Feuerwehrzufahrt.
Kessel wird bei engen Platzverhältnissen unter einer Stahlkonstruktion durch die Toröffnung aus dem Gebäude gehoben
Zwischen Kesselmantel, Torrahmen und Stahlträger bleibt wenig Abstand. Vorn links steht die Abstützung des Krans.

Kraneinsatz unter erschwerten Bedingungen

Warum ein Pick-&-Carry-Kran

Gehoben wurde mit einem vollelektrischen Pick-&-Carry-Kran des Herstellers JMG. Diese Krane nehmen eine Last auf und können anschließend mit ihr verfahren. Genau das brauchte dieser Auftrag: Der Kessel musste zuerst aus der Öffnung heraus und danach mit Abstand zur Fassade über den Hof bewegt werden.

Der Elektroantrieb hatte einen praktischen Vorteil. Gearbeitet wurde direkt vor einem offenen Tor. Ohne Verbrennungsmotor ziehen dort keine Abgase ins Gebäude, und der Einsatz bleibt vergleichsweise leise.

Laut Beschriftung gehört der Kran zur 40-Tonnen-Klasse. Das klingt nach viel Reserve für 10 Tonnen, stimmt aber nur zum Teil. Die Höchstlast gilt bei kurzer Ausladung. Fährt der Ausleger aus und wächst der Abstand zur Last, sinkt die zulässige Last deutlich. Maßgeblich ist immer die Lasttabelle für genau die Stellung, in der gehoben wird.

Warum der Kran erhöht werden musste

Mit einer Standardaufstellung ging es an diesem Gebäude nicht. Die Platzverhältnisse vor der Toröffnung waren dafür zu eng, also wurde der Kran erhöht. Erst damit ließ sich der Kessel mit genug Abstand zu Träger, Torrahmen und Fassade führen.

Was die Fotos nicht zeigen, ist die Planung davor: Wo steht der Kran, wie weit muss der Ausleger raus, an welchen Punkten wird angeschlagen, was trägt der Boden? Bei Einsätzen mit so wenig Spielraum entscheidet sich in dieser Phase, ob der Hub am Ende ruhig läuft.

Ablauf der Spezialdemontage

Vorbereitung im Technikraum

Bevor ein Kessel am Haken hängt, muss er außer Betrieb genommen, entleert und von allen Leitungen getrennt sein. Brenner, Armaturen und Verkleidung kommen ab, damit nichts hängen bleibt. Die Dämmung wird entfernt und getrennt entsorgt. Bei älterer Mineralwolle gelten dafür besondere Schutzmaßnahmen nach TRGS 521.

Anschlagen der Last

Angeschlagen wurde an den Ösen auf der Oberseite des Kessels. Am Kranhaken hängt eine Rundschlinge, darunter führt ein Kettengehänge zu den Anschlagpunkten. Ketten halten an rauen, kantigen Stahlteilen mehr aus als textile Gurte. Zwei Dinge schauen wir uns dabei besonders an. Erstens den Winkel der Stränge: Je flacher sie stehen, desto mehr Kraft liegt auf jedem einzelnen. Zweitens den Schwerpunkt, der bei Kesseln selten genau in der Mitte liegt. Ein kurzer Probehub von wenigen Zentimetern zeigt, ob die Last gerade hängt.

Anheben und Ausbringen durch die Toröffnung

Der Kessel verließ das Gebäude mit der Stirnseite voran. Auf den Bildern liegt er noch zum Teil im Technikraum auf Stahlträgern, während der Kran vorn schon Last übernimmt. In dieser Phase wird langsam gefahren und an der Öffnung eingewiesen, denn ein paar Zentimeter entscheiden, ob der Mantel am Torrahmen vorbeigeht.

Absetzen und Bewegen im Hof

Draußen hob der Kran den Kessel samt Grundrahmen frei an und bewegte ihn mit Abstand zur Fassade über den Schotterhof. Auf unbefestigtem Untergrund ist die Tragfähigkeit ein eigenes Thema. Schächte, Leitungen oder weiche Stellen unter der Fahrspur müssen vorher bekannt sein.
10 Tonnen schwerer Kessel mit Grundrahmen hängt am Kettengehänge des Spezialkrans im Hof
Frei am Kettengehänge: Grundrahmen, Anschlagösen und die Spannbänder der entfernten Dämmung sind gut zu sehen.

Wenig Platz am Aufstellort?

Schicken Sie uns Bilder vom Aufstellort und vom Weg nach draußen. Anhand der Fotos können wir einschätzen, welche Hebetechnik infrage kommt.

Checkliste: Was vor einer Industriedemontage mit Kran geklärt sein muss

Die Punkte gelten für Heizkessel genauso wie für Maschinen oder andere schwere Anlagen, die aus einem Gebäude heraus sollen.

    • Gewicht und Schwerpunkt. Typenschild und Unterlagen sind der Anfang. Ablagerungen, Restwasser und Anbauteile kommen oben drauf.
    • Maße der Anlage und jeder Engstelle. Türen, Tore, Träger, Rohrleitungen, Rampen: Gemessen wird der ganze Weg, nicht nur die letzte Öffnung.
    • Aufstellfläche und Boden. Der Kran braucht Platz zum Stehen und Schwenken. Schächte, Kanaldeckel und Leitungen im Boden gehören auf den Plan.
    • Zufahrt und Genehmigungen. Auf privatem Gelände wird mit dem Eigentümer abgestimmt. Werden Gehweg oder Straße genutzt, ist in der Regel eine verkehrsrechtliche Anordnung nötig. Feuerwehrzufahrten nur in Absprache belegen.
    • Medien und Anschlüsse. Wasser, Gas und Strom sind sicher getrennt, die Anlage ist entleert.
    • Verbleib der Anlage. Verschrottung, Verkauf oder Einlagerung? Davon hängt ab, ob vor Ort zerlegt werden darf oder die Anlage im Ganzen raus muss.
Vollelektrischer Pick-and-Carry-Kran hebt den ausgebauten Kessel im Hof vor dem Gebäude in Fürstenfeldbruck
Der Pick-&-Carry-Kran mit rund 10 Tonnen am Haken im Hof vor dem Gebäude.

Häufige Fragen zur Industriedemontage mit Kraneinsatz

Was versteht man unter Industriedemontage?

Industriedemontage ist der fachgerechte Ausbau von Maschinen, Produktionsanlagen und großen haustechnischen Anlagen wie Heizkesseln. Dazu gehören das Trennen der Anschlüsse, das Zerlegen oder Ausbringen im Ganzen, der Transport und die Verwertung oder Entsorgung. Einen Überblick gibt unsere Seite zur Industriedemontage.

Wann ist bei einer Demontage ein Kran nötig?

Ein Kran wird gebraucht, wenn eine Anlage zu schwer für Hubwagen, Panzerrollen oder Stapler ist oder angehoben werden muss, um Hindernisse zu überwinden. In Fürstenfeldbruck kam beides zusammen: rund 10 Tonnen Gewicht und ein Weg nach draußen mit wenig Spielraum.

Was ist ein Pick-&-Carry-Kran?

Ein kompakter, meist ferngesteuerter Kran, der eine Last anheben und mit ihr verfahren kann. Elektrische Modelle erzeugen am Einsatzort keine Abgase und eignen sich deshalb auch für Arbeiten in Hallen oder direkt an Gebäudeöffnungen.

Muss ein Kessel vor dem Ausbau zerlegt werden?

Nicht zwingend. Passt der Kessel durch die vorhandenen Öffnungen und reicht die Hebetechnik, kann er im Ganzen ausgebaut werden. Das ist Voraussetzung, wenn die Anlage weiterverkauft werden soll. Ist der Weg zu eng, wird vor Ort zerlegt.

Braucht man für den Kraneinsatz eine Genehmigung?

Auf privatem Gelände wird der Einsatz mit dem Eigentümer abgestimmt. Werden Gehweg oder Straße genutzt, ist in der Regel eine verkehrsrechtliche Anordnung und oft eine Sondernutzungserlaubnis der Gemeinde nötig. Feuerwehrzufahrten dürfen nur in Absprache belegt werden.

Wie lange dauert eine Demontage mit Kraneinsatz?

Das hängt vor allem von der Vorbereitung ab. Der eigentliche Hub ist oft der kürzeste Teil. Mehr Zeit brauchen das Trennen der Anschlüsse, das Entfernen der Dämmung, der Aufbau des Krans und das Sichern der Aufstellfläche.

Was kostet eine Industriedemontage?

Einen Pauschalpreis gibt es nicht. Den Aufwand bestimmen Gewicht und Maße der Anlage, der Zugang, die nötige Hebetechnik, Verwertung oder Entsorgung und mögliche Schadstoffe wie alte Dämmung. Mit Fotos, Maßen und Typenschild ist eine erste Einschätzung möglich.

Welche Angaben brauchen Sie für ein Angebot?

Fotos der Anlage und des Weges nach draußen, Typenschild oder Datenblatt, die Maße von Türen, Toren und Engstellen, Angaben zu Zufahrt und Untergrund sowie den gewünschten Zeitraum.

Schwere Anlage, enger Zugang: Demontage anfragen

Schicken Sie uns Fotos der Anlage und des Weges nach draußen, dazu das Typenschild und die Maße der Öffnungen. Wir melden uns mit einer Einschätzung zu Hebetechnik, Ablauf und Aufwand.

Kempel Industriedemontage

Anlagenrückbau, Industrierückbau und Rückbau von Heizungsanlagen. Firmensitz: Thonhausen 31, 93155 Hemau. Industriedemontage / Rückbau von Heizungsanlagen / Weitere Referenzen

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